Zündhölzer

Vielleicht ist es manchmal genau das scheinbar Unmögliche, also das, was richtig, richtig schwierig ist, der eigentliche Weg, um sich selbst maßgeblich daran beteiligt zu fühlen, womit das eigene Leben gefüllt wird. Solchen Aufgaben brauchen Raum und keine Ablenkung, also wird sortiert.

Nicht alles verträgt sich mit allem. Wenn wir traurig sind, dann können wir nicht lachen, wenn wir etwas ganz genau betrachten, dann kennen wir nicht die Farbe des Himmels und wenn wir von etwas richtig überzeugt sind, dann bleibt uns nichts anderes, als dem zu folgen. Der Fokus bestimmt die Richtung, sodass manches eine Weile ruhen muss, damit sich das Ich nicht in der weltlichen Vielfalt verheddert.

Das Beginnen und damit die Umsetzung auf eine ganz bestimmte Art und Weise gibt die Richtung vor, als stellte ich mich bewusst in die erste wärmende Sonne des Jahres und mein Herz weiß dann aus tiefem Grunde, dass Frühling nicht nur ein Versprechen bleibt.

Das ist die Sachlage …

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Eine Zeit ohne Schreiben ist schlimm! Vielleicht sieht das nicht jeder so, aber so mancher wird mich verstehen: Worte verändern Sichtweisen und unterscheiden damit Fortune vom Fiasko. Jedem leidenschaftlich darin Schwimmenden ist es eine Möglichkeit, dem Ausdruck zu verleihen, was sonst für immer und ewig im Strudel der Empfindungen versunken wäre.

Diese eigenwillige Erfindung der Menschheit ergreift schon mit einem einzigen Wort das Wirbelige und sucht den losen Faden, der sich wie ein Fähnchen im Wind kaum fangen lässt.

So oft verkannt, entsprechen Worte im normalen Leben nur dem Mittel zum Zweck: Sie tragen Wissen, schultern Kommunikation und werden an Mauern gemalt zum Instrument. Doch gleich dahinter bewegt sich mehr. Da ist etwas Eigenwilliges, das in dieser übergroßen Normalität den Weg betritt, völlig offen und doch geheimnisvoll, wie das Schimmern des frühen Nebels im Licht der aufgehenden Sonne.

Schon zwei dieser selbstständigen sprachlichen Einheiten erbauen einen Halt, der zur Betrachtung einlädt. Vorgelesen lässt sich hineinspüren, ob das Zusammengefügte wirklich und wahrhaftig dem Bild in meinen Gedanken entspricht. Ist dem nicht so, dann gilt es erneut zu verändern, zu formen und anzupassen, bis ein Spiegel entstanden ist, der klar auf mich selbst zurückblickt.

Das ist die Sachlage … wunderschön.

Anm. z. Titel:

Jeder Mensch auf dieser Welt besitzt Leidenschaften, die entfacht genau dies tun: Sie lassen uns funkeln und leuchten, ohne zu verbrennen. Sie geben Wärme, Halt und ein buntes Zuhause, das jegliche kurzfristige Begeisterung und Unterbrechung übersteht.

Und wenn keine da sind? Nun, dann ist genau jetzt ein guter Zeitpunkt, sich auf den Weg zu machen, denn sie SIND da! Sie brauchen das Spielen und Ausprobieren, sie brauchen das wirkliche Tun, um gefunden und gesehen durch unsere Haut zu sinken.

Das ist die Sachlage … magisch und sensationell aufregend!